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,,Die Jugend von heute…. Und wie die immer reden…“
Das hat doch schon jeder einmal aus dem Mund eines Erwachsenen gehört, oder etwa nicht? Aber warum sagen sie es überhaupt? Ein großer Faktor ist wahrscheinlich, dass fast keiner der ETWAS älteren Generation die heutige Jugendsprache versteht. Da wäre es doch nett, diese mal zu erklären, oder?
Jugendsprache ist nämlich „gar nich so deep, digga.“
Viele Schüler*innen sagen etwa ,,digga“ täglich und so viel steckt da meist nicht dahinter. Meist ist es einfach nur ein Ausruf und was er bedeutet, ist von der Situation abhängig. Zum Beispiel, wenn du eine 6 für schlechtes Benehmen bekommst, dann wäre „digga“ ein Ausruf des Entsetzens oder der Empörung.
Als Zweites schauen wir uns ,,is nich so deep“ an. Jeder macht mal einen Fehler. So auch Jugendliche! Und wenn das der Fall ist und sich derjenige entschuldigt, dann sagen andere meist: ,,is nich so deep“ Es bedeutet einfach so etwas wie ,,ist nicht so schlimm“.
Wenn zwei Zahlen die Welt übernehmen, sehr „cringe“
Nachdem nun schon etwas Licht ins Dunkel gebracht wurde, muss ich euch jetzt leider auch mal enttäuschen, denn es gibt auch Wörter in der Jugendsprache ohne jede Bedeutung. Fast alle sagen im Moment: „six seven!“ Doch es bedeutet nichts Besonderes, wenn jemand „six seven“ sagt. ‚Erfunden‘ hat es der Rapper Skrilla. Er betont die Zahlen 6 und 7 in seinem Lied besonders und es wird vermutet, dass er dies wegen seiner Adresse tut, denn er wohnt in der 67th Street in Philadelphia. Was für ein „cringes“ Wort! Moment, da ist ja schon das nächste Jugendwort. „Cringe“ bedeutet einfach nur komisch.
Jugendsprache ist nicht nur „cringe“, sondern oft auch echt „slay“
Dann hätten wir da noch ,,slay“. Unter Jugendlichen wird es als Synonym für ,,toll“ oder ,,krass“ eingesetzt. Auf Englisch heißt es jedoch ,,schlagen“ oder „t*ten“. Verwechslungen sind hier also echt gefährlich.
Aber… woher kommt das eigentlich alles?
Komisch, wie die Jugend sich sozusagen ihre eigene Sprache bildet, oder? Aber woher kommt die Jugendsprache eigentlich und wann hat sie begonnen?
Meist kommt die Jugendsprache aus dem Internet, sprich Social Media – Trends. Drei erklären wir jetzt für euch:
,,Digga“ kommt ursprünglich aus Hamburg und ist seit den 1990er Jahren ein wichtiger Teil der jugendlichen Alltagsfloskeln geworden. Das damalige ,,Dikker“ wurde dabei zum heute wohlbekannten ,,Digga“.
Manche Begriffe wie ,,goofy“ (= ,,albern“ oder tollpatschig“) oder „cringe“ kommen aus der englischen Sprache und werden mehr oder weniger mit ihrer ursprünglichen Bedeutung benutzt.
Beyoncé schenkte dem Wort ,,slay“ 2016 in ihrem Song ,,Formation“ eine neue Bedeutung. Im Song nutzt Beyoncé „I slay“ um ihren Erfolg, ihre harte Arbeit und ihren immensen Einfluss trotz aller Widerstände und Zweifel zu unterstreichen.
Die Jugend muss aber auch immer alles neu und anders machen, oder?
Für einige wird es jetzt sicher schockierend, aber Jugendsprache begann schon im 18. Jahrhundert!
Studenten nutzten an Universitäten eigens ausgedachte Begriffe. Zu dieser Zeit wurde Jugendsprache als ,,Bubensprache“ bezeichnet. Zum Beispiel war ein „Filou“ ein „Gewitzter“, „junger Mann“ oder „Schlingel“.
Im 19. Jahrhundert entstanden Jugendbewegungen, wie der Wandervogel, die bewusst andere Sprachstile pflegten.
Ab den 1980/90er Jahren beeinflussten dann Hip-Hop und die Medien die Jugendsprache stark.
Aber… warum eigentlich?
Schon immer gab es viele Gründe, warum sich neue Arten von Jugendsprache entwickelten.
- Abgrenzung von Lehrern und Eltern: Man wollte bewusst anders als die Generation sein, die den meinungseigenen Teenagern die Regeln vorschreibt.
- Einfluss anderer Sprachen: Sprachen die im Trend waren prägten immer auch die Sprache der Jugendlichen. Heute ist das vor allem Englisch.
- Kreativität: Wörter wurden verkürzt, neu erfunden oder bekamen einfach neue Bedeutungen um besser in den aktuellen Sprachgebrauch der Jugendlichen zu passen.
Liebe ETWAS ältere Generation (und alle anderen die das lesen), jetzt haben Sie (und habt vielleicht auch ihr) einiges über Jugendsprache gelernt. Vielleicht können Sie die Teenager in ihrem Umfeld jetzt etwas besser verstehen. Danke fürs Durchlesen, und viel Spaß beim Verwenden dieser exzellenten Wörter! Und nicht vergessen, am Ende ist das alles „gar nich so deep, digga“.
