Das Bildungssystem, Wissen und KI

Heutzutage finden es Schüler vielleicht selbstverständlich, universal und verpflichtet in die Schule zu gehen, allerdings ist es nur seit 200 Jahren in Europa der Fall. Für einen Großteil der Geschichte der Menschheit war Bildung nur für die Reichen, Mächtigen und die höhere Schicht ermöglicht. Die meisten Bildungssysteme der westeuropäischen Länder wurden kreiert, um Facharbeiter und damit eine funktionierende Gesellschaft zu produzieren. Der Missbrauch und die Abhängigkeit von der KI könnte auf Zweck des Schulsystems für einzelne Menschen und die Masse einen negativen Einfluss geben. Außerdem kann es auch soziale Aufstiegsmöglichkeiten verringern.
Das preußische Schulsystem, was im frühen 18. Jahrhundert erfunden wurde, wurde anfangs nur für Arbeiter, für Firmen und Fabriken entworfen. Das änderte sich im Jahr 1808, als Kulturpolitiker Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835) das Konzept der humanistischen Gymnasien kreierte. Schüler sollten nicht nur für Arbeit ausgebildet werden, sondern Charakter bilden und ein vielseitiger Mensch werden.

Um dieselbe Zeit wurde das Bildungskonzept der viktorianischen Zeit, inspiriert vom preußischen, erfunden. Königin Alexandrina Victoria (Regierungszeit 1837–1901) verbreitete dieses während ihrer Regierungszeit im Vereinigten Königreich. Alphabetisierungsraten betrugen davor 50%, nach Königin Viktorias Tod schon fast 100%. Der Grund dafür waren höhere Chancen der Bildung durch niedrige, im Jahr 1870 sogar keine (später bekannt als der „Education Act“) Schulgebühren. Die Politik entwarf vielseitige Strategien, um Bildung erschwinglicher zu machen. Ein Weg dafür war, fürs Schreiben anstatt Papier und Stift, kleine Tafeln und Sandkästen zu benutzen. Außerdem bestanden Klassen aus 300-500 Schülern. Diese hatten jedoch nur einen Lehrer. Kinder, die ein paar Lektionen weiter waren als ihre Mitschüler, traten deshalb als sogenannte „Schülerlehrer“ auf. Zwar wurden sie fast nicht bezahlt, halfen aber das Bildungsangebot erfolgreich zu erweitern.
Betrachtet man die Geschichte der Menschheit, ist Bildung für die Population ein neues Phänomen: In den antiken Zivilisationen war Schule nur für Elite, Reiche und der Oberschicht vorhanden.
Im alten Griechenland hatten die meisten Kinder keine Bildung. Während die Mächtigen z.B. Philosophie mit ihren privaten Tutoren besprachen, mussten alle anderen zu Hause bleiben. Sie arbeiteten auf Feldern oder in Werkstätten. Von Ihnen wurde erwartet, in die Fußstapfen des Vaters zu treten.


Ein weiteres Beispiel ist das alte Ägypten. Der einzige Unterschied zwischen dieser Zivilisation und der des antiken Griechenlands war, dass theoretisch jeder seine Kinder in die Schule schicken konnten. Jedoch hatte die untere Schicht keine Zeit und Geld dafür. Diese Kinder schufteten mit ihren Eltern, während die Jugend der Oberschicht eine Bildung bekam, die Schreiben, Lesen und die Disziplin hervorhob. Auch wenn dieser Unterricht oft sehr schwer war, wurde es durch Bildung ermöglicht in der Gesellschaft nach oben zu steigen.

Allerdings könnte sich die Arbeitswelt kritisch verändern, wenn Schüler für einfache Aufgaben und zur kognitiven Entlastung KI benutzen. Am Anfang musste man die Hausaufgaben ganz allein machen, dann konnte man die Eltern fragen, später das Internet und jetzt die KI. Studien zeigen, dass die Motivation sinkt, wenn man KI benutzt. Auch die Merkfähigkeit sinkt, da man selber nicht mehr schreibt. Mehr darüber findet ihr in meinem Artikel „KI- Ein Helfer oder ein Feind?“. Aber wenn Schüler KI immer mit den eigenen Fähigkeiten ersetzen, was ist dann der Sinn von Schule?

Der Grund, warum Kinder zur Schule gehen, ist, um Wissen zu erwerben. Nicht nur, um später im Leben Arbeit zu finden, sondern auch, um Charakter zu bilden und zu lernen, wofür man bestimmt ist. Diese Meinung wird vor allem durch die religiöse Perspektive geprägt . Laut Papst Leo dem XIV, der die Enzyklika “Magnifica Humanitas” schrieb, „ [dient] Wissen nämlich nicht nur dazu, berufliche Ziele zu erreichen, sondern hilft auch zu erkennen, wer man ist“. Er findet, bei der Bildung geht es auch darum, das menschliche Potential gut zu schätzen.
Laut Frau Graner, eine Lehrerin der katholischen Religion am Bernhard-von-Cotta Gymnasium, sollte KI nicht für Allgemeinwissen- und Fähigkeiten benutzt werden, dafür wäre die Schule da. Allerdings sehen es Schüler meistens anders, da sie KI für einfache Aufgaben benutzen, aber auch den Grund der Bildung nicht sehen.

Am wichtigsten ist, dass Schüler lernen sollen, warum sie zur Schule müssen und was für eine Ehre es ist, eine zwölf-jährige Bildung zu haben. Deswegen: wenn ihr euch schon wieder auf den Hosenboden setzen müsst- vergesst nicht, dass BvC nicht nur für Bernhard von Cotta steht, sondern auch für „Bildung verspricht Chancen“!

Quellen

Liora V
Liora V
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