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Die KI-Landschaft in sächsischen Schulen ist wie ein Wochenmarkt in Dresden- sehr laut und sehr chaotisch. Es gibt wenige Regeln und dadurch werden Lehrer und Schüler verwirrt. Man nimmt an, dass beide Gruppen gute Absichten haben, aber es hapert an der Umsetzung. In diesem Artikel werde ich darüber schreiben, wie man KI richtig für die Schule anwendet, was für Regeln Sachsen dafür hat wie man damit umgehen kann, wenn es keine allgemeinen Festlegungen gibt.
Auch wenn KI problematisch fürs Lernen ist, benutzen es trotzdem viele dafür, z.B. für Hausaufgaben oder Aufsätze. Eine Umfrage der 6. und 12. Klassen des Bernhard-von-Cotta Gymnasiums in Brand-Erbisdorf im Frühling 2026 ergab, dass 14% der Teilnehmer der 6. Klasse nie KI für die Schule benutzt haben, aber 6% haben sie oft verwendet. In der 12. Klasse benutzten etwas weniger als 51% der Schüler oft KI, nur 6% haben nie eine verwendet.
Nicht nur in Deutschland ist das ein Problem, sondern auch in anderen Ländern. Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 des „College Boards“ in den USA führte zum Schluss, dass von Grundschule bis Gymnasium die Hälfte der Schüler KI für Hausaufgaben und andere schulische Aktivitäten benutzen. Vor allem, weil KI von immer mehr Schülern genutzt wird, sollte es genaue Regeln für die KI-Nutzung geben.
Als Erstes sollten Schüler drauf achten, dass KI ein Helfer und kein Denkersatz ist. Ein Beispiel guter Nutzung kann sein, dass Schüler Hilfe bei der Korrektur eines bestimmten Absatzes einholen, aber nicht die ganze Arbeit an KI weitergeben. Klaus Zierer, ein Professor für Schulpädagogik in Deutschland, bestätigte diese Haltung im Jahr 2024 in einem Interview für das deutsche Schulportal. „Für die Bildung wäre es fatal, die Aufgabe an KI weiterzugeben“, so Zierer.

Zweitens sollen Schüler egal ob sie KI benutzt haben oder nicht benutzt haben, ihre Quellen, Entwürfe und Prompts aufbewahren. (Ein KI-Prompt ist die Eingabe oder Aufgabe, die du KI gibst. Je klarer er ist, desto besser kann KI antworten.) Dies kann verhindern, dass Schüler zu Unrecht des Plagiats beschuldigt werden, weil sie angeblich KI genutzt haben. Es gab schon viele Vorfälle, wo genau das passiert ist und die Schüler die Konsequenzen tragen mussten. Wenn ihr als Schüler KI benutzt habt, dann könnt ihr den Lehrer*innen genau zeigen, wie ihr sie benutzt habt, um so solchen Problemen aus dem Weg zu gehen.
Laut der ABC (Australian Broadcasting Company), befand sich ein 12. Klässler in New South Wales, im Mai 2025, in genau dieser Situation. Er wurde zu Unrecht beschuldigt. Die Schule hatte den Verdacht, dass sein Aufsatz, der aus 3000 Wörtern bestand, von KI geschrieben wurde. Er wurde nach der Schule von zwei Lehrerinnen befragt und beschuldigt. Die Eltern des 12. Klässlers erfuhren von der Schule erst mal nichts. Als sie herausgefunden haben, was passiert ist, ging der Vater zum Bildungsministerium des Staates, um eine Beschwerde einzureichen. Von denen hörte er jedoch nur, dass es keine Beweise gäbe und die KI-Richtlinie eine Sache der Schule, nicht des Ministeriums war.
Dies ist nur eines von vielen Beispielen, wo Schüler zu Unrecht beschuldigt worden sind. Da dieses und viele andere Szenarien verwirrend und frustrierend für Lehrkräfte und Schüler*innen sein können, sollten sie sich auf grobe Regeln einigen können, um das zu vermeiden. Eine Möglichkeit dazu kann ein KI-Leitfaden sein.
Die allgemeinen Regeln eines KI-Richtlinie legen fest, ob, wann und wie KI benutzt werden darf. Noch genauer könnte z.B. beschrieben werden welche KI-Tools benutzt werden dürfen, welche Regeln Staat, Schule, und Lehrkraft bestimmen dürfen und welche Einschränkungen KI haben muss, um benutzt werden zu dürfen. Doch eine KI-Richtlinie ist keine Selbstverständlichkeit: Sachsen ist eins von drei Bundesländern, das keine hat.
Obwohl Sachsen keine KI-Richtlinie hat, hat es ein paar Hand-Outs und Broschüren darüber, die auch im Internet zu finden sind. In einem PDF des Bildungsministeriums Sachsen steht, dass sie für Schüler wollen, dass ihnen KI und andere Medientypen bekannt sind. Auch wollen sie das Interesse für Schüler an KI wecken und sie ermutigen, sie sinnvoll zu nutzen. Ein anderes Dokument ist vom Kultusministerium und behandelt Komplexe Leistungen. Für das Erstellen von Komplexen Leistungen ist KI-Nutzung erlaubt und wird sogar positiv hervorgehoben, allerdings als Helfer und nicht als Ersatz harter Arbeit.
Da es noch keine verbindliche KI-Richtlinie in Sachsen gibt. Sollten die Schüler ihre Lehrkraft fragen, ob KI zu bestimmten Anlässen benutzt werden darf. Schüler sollten aber auch sicher gehen, bei welchen Aufgaben KI nicht benutzt werden soll.
Manchmal haben Lehrkräfte auch eine eigene KI-Handreichung oder eigene Regeln zur KI-Nutzung, also können Schüler auch danach fragen. Ein Beispiel dafür ist Mark Dust, ein Professor an der Fullerton Universität in Kalifornien, USA. In seiner KI-Handreichung steht, dass KI benutzt werden darf, aber, wie mehrfach gesagt, als Assistent und kein Denkersatz. Wenn Professor Dust den Verdacht hegt, das Schüler KI falsch benutzt haben, benutzt er keine KI-Detektoren. Stattdessen bittet er um eine kurze Besprechung, um den Sachverhalt zu klären und nicht vorschnell auf falsche Schlüsse zu kommen. Ein anderes Beispiel ist Douglas Lewandowski, Englischlehrer an einer Highschool in New Jersey. Seine Antwort ist, KI in der Schule komplett wegzulassen. Dazu ermutigt er auch seine Schüler.
Beide Ansätze sind verständlich, weil beide drauf zielen, Konflikte zwischen Schülern und Lehrkräften zu vermeiden. Um solche Situationen zu vermeiden, sollten KI-Werkzeuge nicht in der Schule benutzt werden, aber wenn es sein muss, dann mit Regeln. Die beste Wahl, Konsequenzen zu vermeiden ist, sich mit Lehrern auf grobe Regeln zu einigen. Leider hat Sachsen keine KI-Richtlinie und deswegen sollten Schüler*innen darüber mit den Lehrern sprechen. Auf diese Weise kann der „Wochenmarkt in Dresden“ mit der Zeit immer besser werden und Schüler können was von der Nutzung der KI lernen und es dabei nicht falsch benutzen.
